CDU-Pläne sind Frontalangriff auf gute Schulpolitik

GEW | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Seit dem Wochenende kursieren „Reform“-Vorschläge der CDU in Sachsen-Anhalt zur Lehrkräfte-Ausbildung nach der Landtagswahl. Die GEW Sachsen-Anhalt ordnet diese Pläne als in höchstem Maße kontraproduktiv für eine gute und ausreichende Lehrkräfte-Ausbildung ein. Der vor einigen Monaten von der CDU einseitig ausgerufene „Schulfrieden“ scheint ihr selbst nichts wert zu sein.

Die Neugründung einer Pädagogischen Hochschule in Sachsen-Anhalt würde nach Ansicht der GEW nicht eines der Probleme an den Schulen im Land lösen. „Ganz im Gegenteil drohen uns damit ohne Not weitere Baustellen, die eine gute und ausreichende Lehrkräfte-Ausbildung erschweren“, sagte Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, heute in Magdeburg. „Mit einer einzigen Hochschule würde sich die Ausbildung noch stärker auf einen Standort konzentrieren, dabei hat Sachsen-Anhalt heute schon das Problem, Lehrer*innen in die Fläche und in den Norden zu bekommen. Auch die Abkopplung von der universitären Forschung und Wissenschaft täte weder den künftigen Lehrkräften noch den Bildungswissenschaften gut.“

Die bisher bekanntgewordenen Pläne zeigten, wohin die CDU in der Bildungspolitik wolle. „In den Ideen der CDU scheint ganz klar die Geringschätzung der Grund-, Sekundar- und Förderschulen durch, sie sollen in der Ausbildungstiefe und damit perspektivisch auch in der Bezahlung abgehängt werden. Wie mit diesen Aussichten mehr Bewerber*innen den Weg nach Sachsen-Anhalt finden sollen, kann wohl nur die CDU beantworten“, sagte Gerth weiter. Die Pläne seien in der jetzigen Situation nicht nur überflüssig, sondern sogar in höchstem Maße schädlich.

„Vor vier Monaten lauthals und einseitig einen Schulfrieden auszurufen, um dieses wichtige und sensible Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten, und jetzt mit diesen Vorschlägen aus der bildungspolitischen Mottenkiste auf Stimmenfang zu gehen, ist ein durchsichtiges Manöver und zeigt, dass der Bildungsminister und die CDU nicht an einer substanziellen Lösung der gravierenden Probleme interessiert sind. Die Umsetzung der Pläne würde Zeit und Geld kosten, die wir viel besser in die bestehenden Strukturen investieren sollten und müssen“, so Gerth weiter. Allein schon die jetzige Debatte drohe alle gegenwärtigen Reform-, Entwicklungs- und Ausbauideen für die Lehrkräfte-Ausbildung an den Universitäten für mindestens ein halbes Jahr zu blockieren.

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