Am Tag danach! - Halle nach den Mordanschlägen

#prayforhalle | Aktuelles
von Manfred Boide

Am Morgen nach dem Mordanschlag vom Mittwoch umgibt die Stadt eine eigenartige und schon fast unheimliche Stille. Um diese Zeit ist die Stadt ansonsten munter, der Berufsverkehr rollt und die Menschen gehen zur Arbeit. An Jom Kippur, dem Versöhnungsfest, kam es gestern vor der Synagoge in Halle zu einem Mordanschlag. Ein 27jähriger rechtsextremer Täter im Militär-Stil gekleidet und mit mehreren Waffen ausgestattet, hatte versucht in die Synagoge einzudringen um unsere jüdischen Mitbürger zu ermorden, die sich dort aus Anlass ihres Feiertages dort versammelt hatten.

Er versuchte mit einer Langwaffe die Eingangstür aufzuschießen, was ihm aber nicht gelang. Eine „zufällig“ aus Richtung Wasserturm vorbeikommende junge Frau wurde von ihm unmittelbar danach ohne erkennbaren Grund mit einer Maschinenpistole von hinten erschossen. Danach fuhr der Täter in Richtung Ludwig-Wucherer-Straße, stieg aus dem Auto und schoss zunächst auf der Straße und danach in einem Döner-Laden auf die dortigen Gäste. Dabei wurde ein 20jähriger Mann aus Merseburg tödlich verletzt.

Nach einer Verfolgungsjagd bis in den Saalekreis konnte er dann von der Polizei gestellt und festgenommen werden.
Seit heute früh haben sich an beiden Tatorten mehrere hundert Menschen eingefunden, Blumen niedergelegt und Lichter entzündet, um der Mordopfer gedenken.

Auch Politiker aus der Stadt Halle, Sachsen-Anhalt und aus ganz Deutschland kamen heute nach Halle um der Opfer zu gedenken. Darunter der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Horst Seehofer, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht.
Auf der folgenden Pressekonferenz zu den Ereignissen in Halle betonte Seehofer: „Die Bedrohung durch den Rechtsextremismus sehr hoch und eine zentrale Herausforderung ist. Es wird zu nachhaltigen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen kommen. Deutschland hat einen Schwur abgegeben – „NIE WIEDER“. Der Anschlag sei außerdem das Ergebnis der „Geistigen Brandstiftung“. 

Vor wenigen Minuten wurde in den Medien bekanntgeben, dass der Generalbundesanwalt die Tat als „Rechtsextremistische Mordtat“ eingestuft und Haftbefehl erlassen hat.

 

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